Die Schule Les Pigeons

Eine halbe Fahrradstunde von der Stadt Antsirabé entfernt, etwas höher, liegt das Dorf Talata am Lac (See) Andraikiba. Dort befindet sich unser Schulzentrum Les Pigeons, „Die Tauben“. Es besteht heute aus dem „Pigeon“, dem Gebäude für Kindergarten und Grundschule und dem „Pigeonnier“, dem „Taubenhaus“ für Collège und Lycée, also ältere Schüler bis zum Abitur. Auch einige Studenten werden von uns gefördert.
Direktorin ist Holy, die in einem kleinen Haus hinter dem schuleigenen Kinderhaus wohnt. Ihre Arbeitszeiten kann man nicht definieren, da sie eigentlich immer für die Schule da ist.
Insgesamt beschäftigen wir inzwischen 63 Arbeitskräfte: Vor allem Lehrer, aber auch Gardiens (Wächter), Gärtner und Recycling-Kohle-Hersteller.

Die Schule finanziert sich über ein Patensystem: Ein Pate – ein Kind.

So können auch die Ärmsten zur Schule gehen und werden von uns mit Schulmaterial, im Winter warmer Kleidund und medizinisch sowie mit gesundem Frühstück und Mittagessen versorgt. Etwa ein Drittel der Schüler stammen aus unvorstellbar armen Verhältnissen. Die übrigen sind Selbstzahler – gestuft nach dem oft sehr geringen Einkommen der Eltern.
Vom Kindergarten bis zum Abitur können die Kinder bei uns spielen und lernen.
Ein Teil der Patenkinder stammt aus in der Stadt bettelnden Familien. Sie werden von uns freigekauft (um den Arbeitsausfall zu kompensieren, den die Eltern haben, wenn die Kinder nicht betteln) und mit dem Straßenkinderbus abgeholt, wir kümmern uns um eine Art Sozialhilfe, um den Eltern auf die Beine zu helfen, und auch um hygienische Belange und besuchen die Familien regelmäßig, um festzustellen, wo geholfen werden muss.
Wir kümmern uns auch um Aufklärungsunterricht und Dreimonatsspritzen für Frauen zur Verhütung, was begeistert angenommen wird.
Die Schule hat als einzige in Madagaskar das Fach „Umwelt“, außerdem eine Schulband, Nachhilfeangebote für schwache Schüler, eine kleine Bibliothek und Werkstätten.

Hier ein paar Eindrücke aus dem „Pigeon“, zunächst aus dem Kindergarten:

Schwungtuch 2
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Und hier die Schule, auch im „Pigeon“:

wir lernen Memory an einem Regentag
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Ein paar Eindrücke vom gesunden Frühstück (Milch, Joghurt, Obst, Mofogasy – Gebäck) und dem Mittagessen – hungrig kann man sich schlecht konzentrieren, und zu Hause gibt es wenig. Wenn, dann Reis. Ohne Vitamine, ohne Fett, ohne Proteine, ohne alles. Die meisten Kinder haben Mangelerscheinungen. Unsere nicht mehr!

zweite Klasse gesunde Pause
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Wir haben auch eine Bibliothek, und selbst ein Bilderbuch gemacht, auf madagassisch und deutsch. Wir kümmern uns darum, Bücher ins Madagassische zu übersetzen, denn es gibt kaum madagassische Kinderbücher, höchstens französische.

Vorlesen Zauberkoffer
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Hier sieht man das „Pigeonnier“, das Taubenhaus für die Älteren, samt Computerraum und Mini-Sportplatz, wo auch Selbstverteidung (Pflicht für Mädchen ab der 6. Klasse) von Papí unterrichtet wird.

zz Pigeonnier mit Schülern2
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Bei uns ist „Umwelt“ ein Fach. Manchmal verkleiden wir uns als Eisbären oder Pinguine, die wir vor dem Abschmelzen der Pole retten müssen, oder wir machen Plakate über Erderwärmung …

Wald Null
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Wir haben auch Werkstätten – denn die Schüler sollen auch Handwerkliches lernen, um später ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Hier ein paar Bilder aus der Nähwerkstatt, die mit recycelten Materialien vom Secondhand-Markt in der Stadt oder mit Biostoffen aus Deutschland arbeitet und ihre Sachen in unserem Etsy-Shop verkauft:

Nähatelier
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Und hier die Holzwerkstatt …

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Elektromechanik … wenn man das kann, kann man sich an den Straßenrand setzen und Handys und Radios reparieren.

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Und hier Eindrücke von unseren Feldern:

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