Spiele spielen, orange Orangen essen und Pflanzen pflanzen

Peter war mit Nomena als Übersetzer im Süden. Und haben im Akkord geschnippelt, für alle 4 Schulen, jede an einem Tag: Orangen, seeehr lecker, quasi Pralinen (viele Kinder haben noch nie sowas Komisches in der Hand gehabt, es wächst natürlichim Süden nicht) und kleeeebt auch so schön.

Jede Menge neue Spiele haben Peter und Nomena auch mitgebracht. Also los. Erstmal Einbeinlauf …

Sachen bauen … und was das im Kreis ist, weiß ich nicht. „Schau nicht um, der Fuchs geht um“ vielleicht? Oder Schau nicht um, die Fossa geht um.

Die Kinder zeigen den Besuchern auch etwas: Ihre Wippe. Man braucht nicht mehr als einen alten Baumstamm und hat schon ein Schiff.

Dann Peters große Grimmassenwettbewerb …

Und getanzt wird auch! Madagassisch … und schwäbisch. Also, glaube ich. Den Anfang lassen wir mal Nomena machen:

Am Ende hat Peter alle Türen und Fenster des Internats repariert und eine Schaukel angebaut hatte, von der es leider keine tollen Bilder gibt, weil es da schon dunkel war, die Arbeitstage sind immer zu lang (bzw. zu kurz).

MISAOTRA, DANKE für alles, Peter!

Und nun, wieder allein, haben die Kinder endliche unsere beiden Erinnerungswälter für Inge Lennartz gepflanzt, die ihre Tochter Anne gespendet hat und in denen sie ein bisschen weiterlebt. Ehrlich gesagt sind es zwei Wäldchen in zwei Dörfern, daher wirken manche Bilder ein bisschen doppelt, aber ich krieg es nicht mehr auseinander dividiert. Ein Zaun aus Totholz, den man nicht so gut sieht, schützt die Wäldchen, und die Frauen der Dörfer gießen sie abwechseln jeden zweiten Tag mit dem wertvoll am Fluss geholten und bezahlten (!) Wasser, auch gespendet von Familie Lennartz. Danke! Eines Tages werden die Bäume zurückspenden, nämlich Schatten zum Spielen und Schlafen, kühlere Luft und besseren Boden. Bis dahin passen wir alle zusammen gut auf sie auf.

Leider gibt es auch traurige Nachrichten. Die Mutter von drei unserer Patenmädchen (die mit dem erblindeten Vater) ist mit Tb und Aids (!) diagnostiziert worden und innerhalb weniger Tage im Krankenhaus verstorben. Der Rest der Familie ist getestet und hat erstaunlich Weise weder Tb noch HIV. Da der Vater nicht auf seine Kinder aufpassen kann, sondern im Gegensatz selbst Hilfe braucht, die eine Verwandte leistet, haben die Kinder sich gewünscht, zu uns nach Ejeda ins Internat zu kommen. Das Internat ist zwar kein Kinderheim, aber die älteste, Mboarandraza, wäre ohnehin nächstes Jahr dorthin gegangen. Nun ist sie dort, mit ihren beiden jüngeren Schwestern, die jetzt im Städtchen Ejeda auf die Grundschule gehen, Mboarandraza macht diesen Sommer die Grundschulprüfung und kommt dann aufs Collège, zusammen mit den anderen Internatskindern.

Für Heresoa hab ich bereits einen Internatspaten, für Mboa und Hajasoa noch nicht, sie haben nur Schulpatenschaften. Mboarandraza war vor kurzem mit Malaria selbst im Krankenhaus, ist dem Tod aber noch von der Schippe gesprungen.

Eigentlich ist es zu traurig, aber vielleicht setzen diese Bilder ihrer Mutter – wie der Wald Inge – für immer ein Denkmal. Sie wollte zuerst nicht in die Klinik, sagte immer, sie wäre nur müde und es ginge ihr gut. HIV in Madagaskar – riesige Dunkelziffer, niemand weiß, wie viele Menschen es haben. Bei uns ist es ein „first“. Um so mehr Aufklärung ist notwendig … Zunächst suchen wir Paten.