Endlich wieder Lernen – auch im Süden

Auch im Süden fängt endlich die Schule wieder an, die Materialien an die vier Grundschulen sind verteilt, Noela muss sie ja immer alle im Alleingang in Toliara, eine Tagesreise weit weg, einkaufen. Ich weiß gar nicht, wie sie das macht. Für 4 mal 200 Kinder? Zum Glück sind ja ein Großteil Kindergartenkinder, die haben noch kein Material, und die Erstklässler ihre tollen i-pads, die eigentlich Tafeln sind.

Lisah und Avana sind dabei, sich einzuleben, arbeiten rund um die Uhr, lernen Kinder kennen, legen Dateien an, ordnen Dinge. Hier kommt La Rentrée – der Schulbeginn – geordnet nach Schule.

Bei den Grêvistes gab es noch am Ende der Ferien eine große Neuerung: Es gibt jetzt Maniok statt Reis – den Kindern ist es egal und weniger gesund auch nicht – und da Maniok billiger ist, kaufen wir für die Differenz einmal die Woche ganz viel Gemüse und Eier oder Joghurt. Viele Kinder hatten noch nie Gurken gesehen. Der Beginn der Umstellung war ein Fest!

Lustig: Aus dem sehr vielen Getränkepulver, das wir nach unserem Besuch da gelassen hatten, haben sie „Saft“ für alle 200 Kinder gemixt. Im Eimer. Natürlich. Und da man keine Gläser hat, trinkt man eben aus Tellern.

Getragen von der Begeisterung durch das Festessen haben die Grevistes dann etwas Landart gemacht, ganz ohne mich, und Steine angemalt. Ich habe keien Ahnung, warum. Ich glaube, es war der Rest der Farbe, die innen an die Türen gehört hatte. Aber es ist definitiv Kunst, und in Eigenregie – WOW!

Und hier der gloriose Schulbeginn. Hefte! Stifte! Juchhhuuu! Das muss jetzt auch für ein Jahr reichen. Funfact: Die neuen Schulbänke sind da! Nach 4 Monaten Bestellzeit.

Für alle Grêvistes-Paten, die ihre Kinder nicht gefunden haben: Hier sind die Grêvistes-Kinder nochmal einzeln, außer die Kindergartenkinder (zu viele – findet Ihr fast alle in Spenden/PatenschaftSüd). Die 7. ist die 5. Klasse. In der 11., also der 1., haben viele Kinder noch keine Paten. Für alle anderen – einfach schnell weiterscrollen, unten kommen die anderen Schulen. Voilà – Grêvistes:

Und hier die Chasseurs, da haben wir noch sehr wenige Paten. Chasseurs haben ja, wie Femmes Fortes, ein Holzgebäude. Das wird sich in den nächsten Jahren hoffentlich mit Fördergeldern von Fly and Help ändern, aber wir machen erst Grêvistes fertig, dann kommen langsam die anderen auch dran. Beim Material und beim Spielen sind sie ja jetzt schon immer der Reihe nach dran.

Und hier die Femmes Fortes:

Da war es ganz schön windig!

Last but not least – wie immer – Patience, die Schule, die am nächsten am Fluss Linta liegt und von einer anderen Organisation damals ein Schulgebäude bekam, wir wissen bis heute nicht, wieso.

Im Internat sind drei neue Mädchen, um in die höhere Schule zu gehen. Eines ist nicht mehr da, weil es nun doch lieber heiraten und in ihr Dorf zurückmöchte. Das müssen wir akzeptieren – andere Lebensart. Wir versuchen aber ab jetzt, noch genauer herauszufinden, wer WIRKLICH weiterlernen möchte und wer es nur schick findet, mal ein Jahr zum Internat zu sein, denn das ist natürlich nicht sinnvoll.

Die „Internautes“ haben fleißig ihre Wände gestrichen im großen Internat. Wir haben im Moment 2 – „Kinakinda“, das Fledermausinternat, und „Taxy Vert“, das kleinere mit den grünen Tauben außen. In Kinakina muss noch viel restauriert werden, ich habe inzwischen Tüll für Zwischendecken …

In Taxy Vert wurden die Betten neu lackiert gegen Krabbelgeziefer …

Und hier kommt das Schulmaterial, einzeln überreicht wie ein Orden und ungefähr so wertvoll für die Schüler:

Auch die beiden kleinen Mäuse, Mboarandrazas kleine Schwester, 7 und 5, haben ihre Hefte und gehen jetzt auf die lokale Grundschule, da ja letztes Jahr ihre Mutter so plötzlich starb und das Internat für sie wie ein Kinderheim funktioniert.

Und hier ist Wäschetag … im Internat, das ja in der Kleinstadt Ejeda ist, gibt es zum Glück einen Brunnen, also halbwegs genug Wasser.

Und der Kanal? Na, der wird fleißig weitergebaut. Inzwischen sind sie so tief, dass die sandige Erde mit zerschnittenen Kanistern hinaufgezogen werden muss, um sie zu beiden Seiten des Kanals zum späteren Wasserablauf aufzuschütten. An Wasser fehlt es überall, auch die Jugendfelder kranken daran, das Projekt läuft schwer ohne Wasser. Wir haben beschlossen, Geld zusammenzukratzen, obwohl wir es nicht haben, und zwei zusätzliche Wasser-Ombys (Rinder) zum Ziehen der Wasserwagen anzuschaffen, sobald wir genug haben. Die 4 Ombys, die wir haben sind vollkommen erschöpft und schaffen dann nicht alle 3 Dörfer, worunter die Kinder leiden und krank werden. Wir hoffen auf den Kanal! Schule ist wichtig. Wasser ist wichtiger. Sagen wir: Sie gehen sie zur Schule, um zu lernen, wie man Wasser speichert, in Kanälen, in Biomasse bei richtiger Bepflanzung … überall. Wir hoffen!