Wir waren im Urwald, um den Dreh für den zweiten Film nächstes Jahr vorzubereiten. Andasibe ist touristisch, da kann man nur Vazahas filmen. Saha Maintsoanala jedoch ist sehr niedlich. Und die Leute im Ort freuen sich, mitspielen zu dürfen. Im Wald leben ein paar zahme braune Lemuren, die möchten auch mitspielen. Benja, Rabe, der Magier und sein Zauberkoffer können kommen … nächsten August. Im Feruar geht nicht, wie geplant, denn der Fluss wird dann zu viel Wasser führen, und wir können keine Kinderschauspieler hineinschicken. Wir wickeln uns abends frierend in alles, was wir haben, bekommen in einem Miniterrassenrestaurant warmes Essen und einen Babyhund für hundeliebende Kinder – und sind sehr dankbar.



















Der Fluss ist toll und sehr abenteuerlich.





















Hinrich ist vielleicht der Magier im Film. Anders als im Buch wird er in einem kleinen Dorf am Steilhang wohnen, in dem es nur 3 ein halb Häuser gibt. Warum halb, sieht man unten.




















Wir sind wieder im Süden und drehen weiter. Diesmal ist Opa dabei. Opa geht, nach Skript, alles schief, er verwickelt sich im Zelt, verheddert sich in Seilen, verursacht Kurzschlüsse, diskutiert mit dem Dorfchef, der nur Bahnhof versteht … Dauernd müssen die Kinder ihn retten. Und tatsächlich: Eines Morgens explodiert die Thermoskanne beim Frühstück in Michaels (Opas) Händen: eine Riesenkanne, wie alle in Madagaskar, denn das auf dem Feuer erhitzte Wasser muss den ganzen Tag halten. Wir können ihn mit viel kaltem Wasser retten und auch das schwimmende Wohnzimmer restaurieren. Avana sagt, madagassische Thermoskannen explodieren eben ab und zu. Aha.


























Dann zeigen sie uns das Haus der Dahalos, der Räuber, am Fluss. Es ist tatsächlich IM Fluss, und zwar mitten: sie haben ein gebrauchtes Haus in Ehinde gekauft und dorthin transportieren lassen. Es ist sehr hübsch, mit Kakteenzaun … Ich enthübsche es und gehe mit den Jungs erstmal Stacheldraht pflücken. Der piekst ziemlich, und wir müsen ihn weit zerren, ab und tot waren die Äste schon. Nach der Veränderung ist das Räuberhaus wirklich bissig, und die Kinder werden dorthin verschleppt und müssen die Wäsche der Räuber waschen und für sie kochen … Opa natürlich auch. Alle schaffen es, zu fliehen … Klar, außer Opa.
Mindestens so schlimm wie die Räuber sind die Dorfleute, die zahlreich im sonst leeren trockenen Linta erschienen sind, um zuzuschauen und abei laut singen, pfeifen, und kaum zu bewegen sind, still zu sein oder sich wegscheuchen zu lassen. Ständig rennen sie durchs Bild und der arme Avana sucht Winkel, in denen er keine Dörfler mitfilmt, denn in der Szene ist ja eigentlich Nacht und alles einsam …













Tantely amidy – extra mit Schreibfehler. Honig zu verkaufen. So tarnen sich die Räuber als liebe Leute …






Auch in die schon gedrehte Ziegen-Hüte-Szene müssen wir nochmal, jetzt ist Opa ja da, und wir können den Rest der Szene drehen. Inzwischen ist so ziemlich alles verlorgen gegangen, was im ersten Dreh vor zwei Wochen noch da war: die Ziege, das Fahrrad (wurde aber wiedergefunden), 3 von 6 Ketten, die Zauberflasche, Enias Rock, ein Polizist und eine Polizistin, eine von zwei roten Stricksocken (wer brauchte DIE denn bitte?), ein Auto … Jeden Morgen heißt es: Dies und jenes ist leider weg. Ich erfinde das Skript jedes Mal um und frage mich, ob ich eines Tages aufwache und Noela sagt mir: Madagaskar ist leider weg.













Der Kanal ist weiter gewachsen und hat jetzt einen Zaun gegen später hineinfallen wollende Kinder. Die Kanalgräber sind noch immer sehr enthusiastisch.



Zwischendurch ein Abend beim neuen Internat, das noch nicht ganz fertig restauriert und eingerichtet ist. Möbel fehlen großteils und die Wände sollen demnächst mal bunt werden. Wir spielen das Händespiel …





… und puzzeln, zu später Stunde nach dem Drehtag und mit Stromausfall, eine Magnetweltkarte zusammen. Echt jetzt? Sooo viele Länder gibt es? Jeder bekommt ein paar und darf sie suchen.










An einem anderen Tag gehe ich nochmal allein hin, nur die drei Mädchen ohne Mutter, die auch im Internat wohnen, sind da, und ich übergebe Patengeschenke. Der Gummitwist musst zunächst gezeigt werden, Mboarandraza versucht, ihn als Springseil zu benutzen, geht natürlich genauso. Und dann der wunderhübsche Schmuck! Der ist magisch, wir beschließen, dass sie jetzt besondere Kräfte haben. Unter anderem die Kraft, den Rest davon an die anderen Internatsmädchen weiterzuverschenken … Das wird Überwindung kommen. Mboa fragt, ob ihre Patin, falls sie sie mal besucht, sie dann kurz mit zu sich nach Hause nehmen könnte, auf einen Kaffee oder so. Weiter als bis über den Fluss, sagt sie, kann es ja nicht sein.








Und wir drehen weiter, morgens vor dem Abfahren der Wagen werden immer Hunde gezähmt …































Und dann müssen wir mal Geburtstag feiern. Unser letzter Tag – und Noby wird 10! Nach dem privaten Geburtstagsfrühstück tauchen überraschend die Internatsmädchen auf und bringen Geschenke und selbstgemalte Bilder. Wir sind fast beschämt, haben aber Kuchen und Luftballons, immerhin. Noelas zahme Schildkröte besucht uns auch, wir reden vorsichtig aber hartnäckig von Wiederauswilderung …














Und dann geht es los auf den Pick Up, Feiern mit den Kindern in Ehinde. Sogar ein Sifaka-Lemur kommt gratulieren, er sitzt überraschend auf einem Baum kurz vor der Stadt. Und winkt und singt natürlich.
Der Geburtstags-Miniblasen-Puster erweist sich als sehr faszinierend. Erstmal muss da aber die zugesandete Terrasse der Schule gefegt werden, Fegen ist das allerschönste Geburtstagsspiel, und wer fegt, darf in die Süßigkeitendose greifen. Sogar der Dorfchef. Denn Männer, das machen Avana, Hinrich und Philipp, können auch fegen.


































Und los geht´s mit dem Ballonaufpusten … der Dorfchef ist ratlos, er hat noch nie einen Ballons aufgepustet.






























Und jetz geht es nach Hause: 4 Tage Reise über Holpersandpiste und mit verschiedenen Flugzeugen. Uff. Im Februar drehen wir den letzten Rest, wenn es regnet. Veloma, veloma! Und schreibt mal!

