Ja, auch Les Pigeons befindet sich Lock Down, nun schon seit Ostern. Nun ist Homeschooling nicht so einfach, wenn die Eltern im „home“ selbst kaum lesen und schreiben können oder man gar kein richtiges home besitzt. Dennoch werden per Hand wieder möglichst einfach verständliche Arbeitsblätter gestaltet und verteilt. Im Kinderhaus wird fröhlich gerlernt, hier haben wir ja eine tolle Betreuung.

Kelly überlegt 
Johann schreibt ab 
Horlando konzentriert sich 
Sedera übt Buchstaben 
Tahiry erklärt allen alles 
Sedera übt immer noch 
die drei Superhelden 
Pascal beschäftigt sich mit Biologie 
Tsilavina und Prisca 
zwischendurch mal toben 
Tafita im Baum – ehrlich, der Ast war vorher schon ab 
Engelchen isst nachdenklich einen Kugelschreiber 
Lindah und Tsilavina 
Tafita mag Homeschooling 
Chattya mag Photos 
in der Pause wird Rad gefahren 
auch mal was basteln: Wir bauen eine Zaun-Verstärkung 
Fitahiana mit selbstgemachtem Zaun 
und wieder beim Lernen
Eines Tages kam zum Glück ein verspätetes Osterpaket mit Süßigkeiten und den Verlagsplakaten, die die Kinder sich zum Dekorieren gewünscht hatten …
Die Eltern der anderen Schüler holen Arbeitsblätter ab, klassenweise an verschiedenen Wochentagen, um Massenversammlungen zu vermeiden. Andererseits versammt sich ganz Madagaskar täglich auf der Straße, weil die Menschen einfach dort leben. Und da es auch keine Impfungen und keine Behandlung im Krankenhaus gibt außer für Superreiche, stirbt es sich im Moment ganz flott. Wir haben allerdings noch keine Schulkinder verloren und sind dankbar. Die Patenkinder erhalten einmal die Woche gesunde Vorräte für ihre Familien. Beim Abholen der Vorräte fragen wir, wer krank ist und Dinge wie Paracetamol braucht. Viel mehr können wir nicht tun. Heile Kleider gibt es auch wieder, im Moment kann sich keiner irgendwas leisten, denn die Preise steigen überall wegen Corona.
Auch unsere Straßenkinder bzw. Kinder aus extrem armen Familien in Antsirabé bekommen Vorräte, wie im letzten Lock Down, da sie mit der finanziellen Unterstüztung allein nicht klar kämen – alles ist zur Zeit wieder doppelt so teuer- und wenn, dann auch nur Reis kaufen würden. An Veronique und Lydia, die mit ihrer Mutter in einem gemieteten winzigen Dachraum hausen, kann man sehen, wie unglaublich wunderbar ein Joghurt sein kann. Besucht und mit Vorräten ausgestattet wird auch die Familie von Dylane, bei dem wir immer kontrollieren müssen, wie es mit der Epilepsi-Medikation läuft. Wir danken Hoby, unserem Engel von Beruf, die sich in Antsirabé um „unsere“ Kinder kümmert …

Lydia und das Wunderjoghurt 
Hoby auf dem Weg aus der Behausung der Familie, bei Regen wird es da oben sehr nass, siehe Lücken im Dach 
Veronique und das Wunderjoghurt 
Dylane, mit dem tollen leeren Tablettenröhrchen 
das Wunderjoghurt 
Dylane und seine beiden Geschwister 
Hoby, Veronique, Lydia und ihre Mutter
Und die anderen Straßenkinder besucht Hoby natürlich auch – unsicher bleibt, ob Jessica das Joghurt oder das Joghurt Jessica gegessen hat. Sehr verspätet hier auch die Bilder der Ostersuche, die im Garten unserer ehemaligen Mietvilla für die Straßenkinder veranstalter wurde.

Tahina, Chantalle und Fitia 
Jessica, cool wie immer 
Jean-Luc kontrolliert, was alles da ist, er ist er Große zu Hause und muss das managen 
Tanina, Chantalle, Fitia, Rolland, vorne Jessica 
Essen kann so lustig sein, wenn man es hat – Fernando, Jean-Luc, Fifalina 

Fernando und Rolland 
Joghurt ohne Löffel essen ist schwer, muss aber jetzt sofort sein 
hinten Elisa und Jocelyine, vorne Prisca und Patrick, das Leben ist schön 
Fernando sucht Ostereier im Weihnachtsbaum 
Fitia tastet 
Fernando und Rolland machen Quatsch 
Rollande ahnt etwas 
Jessica ist mal wieder erste 
Naina hat was gefunden 
da ist was im Busch 
da oben muss doch …
Hoby joggt von Familie zu Familie: Elizas Großmutter ist schwer krank und kommt vor Schwindel nicht mehr hoch, wir gehen mal wieder zum Arzt. Aber Luciano, unser Abiturient, der ganz alleine lebt, hat endlich ein Fahrrad, so dass er zu seinen Schulkursen nicht mehr siebne Kilomenter hin und zurück mal zwei am Tag laufen muss, und er zieht jetzt Hühner auf, um etwas zu verdienen, und ist sehr stolz.
Last but not least – Wir bauen weiter! Auch die Materialkosten und Transportkosten steigen wegen Corona, oft dürfen die Zebuwagen gar nicht durch, weil Straßen gesperrt sind. Dennoch wird gebaut und das Klettergerüst neu gestrichen. Es geht voran, und die Zukunft ist bunt!
Oh! Und übrigens haben die Kinder wieder fleißig Briefe geschrieben, die in den nächsten Tagen ihre Paten erreichen. Manche Paten schicken inzwischen auch Päckchen (aber bitte nicht verpflichtet fühlen!), und ich habe angefangen, sie einzusammeln und in Sammelpaketen zusammen mit den Büchern für die Bibliothek zu verschicken. Die Kommunikation klappt, die Kinder sind begeistert! Post gibt es auch für die Großen: Wir haben eine Menge neue Computer, dank Ralph alle jetzt top modernisiert. Zwei sind schon da, eingeflogen mit einem Projektkollegen von Philipp. Wir haben noch viel vor!
























