Das Schuljahr in Madagaskar ist zu Ende. Feiern und tanzen! Romain und Tianay aus dem Kinderhaus sind die besten Po-Wackler der Schule!
Eine ganze Hand voll Schüler, die wir lange begleitet haben, gehen: in Ausbildungen außerhalb oder in den Beruf.
Die, die selbständig werden, bekommen ein „Starter-Kit“ für ihre Mini-Start-Ups: Sämereien, Schubkarre etc. für die, die nachhaltige Landwirtschaft gelernt haben und nun das Land ihrer Eltern effektiver bewirtschaften werden. Einen Werkzeugkoffer für die, die zu Hause eine kleine Werkstatt eröffnen und kaputte elektronische Geräte reparieren, Nähmaschinen für die Mädchen aus der Nähwerkstatt. Olga übernehmen wir, denn wir brauchen eine gute junge Näherin: All die Schuluniformen! Zusätzlich wird sie Aufträge von draußen annehmen und noch mehr dazu verdienen.











Antsas, einen jungen Paramedic (wie Krankenschwester mit Studium), übernehmen wir auch. Er wird ab jetzt mit Köfferchen bei uns unterwegs sein, Kinder durchuntersuchen, behandeln oder entscheiden, wer ins Krankenhaus geschickt wird. Seine Geschichte wollte ich schon lange mal erzählen, er hat über uns studiert, wäre auf dem Weg beinahe an einer infizierten Analfistel gestorben und wollte sich nicht operieren lassen, um nicht in der Uni auszufallen. Ich habe ihn gezwungen, ins Krankenhaus zu gehen, das Team hat ihn gesund gepflegt und seit einer Weile hat er sein Studium abgeschlossen. Man muss allerdings 5 Jahre! ohne Gehalt in einem staatlichen Krankenhaus arbeiten, ehe man übernommen wird, es sei denn, man findet Arbeit in einer Privatklinik. Fand er nicht und begann, stattdessen selbstgemachts Joghurt zu verkaufen – sicher lecker, aber Unsinn – jetzt ist er bei uns, bis er einen guten Arbeitsplatz findet. Wir brauchen ihn ja dringend, und er ist überglücklich über den Job. Hier Bilder aus seiner Ausbildung und von seiner Abschlussarbeit.













Und ein glühender Dankesbrief, für das Diplom, für die Unterstützung, für den Job:

Manche Schüler gehen auch weiter in Ausbildungen außerhalb der Schule – Tsilavina z.B. möchte Köchin oder Friseurin werden. Das Team vor Ort vermittelt Ausbildungsplätze, irgendwer kennt immer irgendwen. Viele Schüler fahren „zweigleisig“, haben zwei Sorten von Ausbildung, so dass sie in einem von beiden Jobs immer etwas verdienen. Hier ist ein Film über die Schüler:
Und das tollste: Die Starter-Kits und Ausbildungsgelder für alle Schüler dieses Jahres bezahlen Schüler! Französische Schüler, mit denen Paula, die einmal Volontärin bei uns war, einen Spendenlauf organisiert hat. Wir sind unglaublich beeindruckt und dankbar.
Hier kann man zweien, die seit einer Weile schon Geld verdienen, bei der Arbeit zusehen: Styvain (Automechaniker, Traumberuf vieler Jungs, die Insel ist voller uralter kaputter Autos) und Tinah, Näherin:
Tsivahana aus dem Kinderhaus ist in ihrem dritten Praktikum in der Krankenschwester/Hebammen-Ausbildung.


Die jüngeren möchten jetzt dringend schon mal ausprobieren, was sie später machen wollen, wenn es nicht das Abi ist, sondern ein Handwerksberuf:



Nicht nur in Frankreich sind Kinder spendengelaufen, auch in Greifswald hat uns dieses Schuljahr eine Schülgergruppe mit einer unglaublich engagierten Lehrerin sehr geholfen, jeden Dienstag durfte ich mit ihnen arbeiten. Sie haben unsere Nähwerkstatt-Sachen in den Weltladen Greifswald gebracht, Armbänder gebastelt und verkauft, einen Insta-account für Les Pigeons eröffnet und einen Stand auf dem Schulhof mit Weltladen-Süßigkeiten eröffnet, von deren Gewinn ein Teil zu uns fließen darf, schreiben ihrem Patenkind William (dem Kleinen, der auf seine alkoholkranke Mutter aufpasst), haben mit den Schülern in Talata videotelefoniert, sich gegenseitig ihre Schule gezeigt und planen nächstes Jahr noch mehr …











Zurück nach Talata: Im Umweltunterricht hatten wir den Kohlenstoffkreislauf, wie das C im CO2 so im Kreis herum geatmet wird, vererdölt und wieder verbrannt wird und in die Luft kommt, ist doch sehr erstaunlich. Die Schüler haben als Abschlussarbeit einen Film gemacht, die Eltern kamen zur Filmvorführung und waren sehr interessiert. Und auch die Kleinsten haben Cs und Os gespielt und sind durch die Luft gewirbelt bei Jely …







All das und die bestandenen Examen mussten natürlich gebührend gefeiert werden. Das handbetriebene Riesenrad stand wieder bei uns und alle haben Buden zusammengezimmert, etwas zum Verkauf angeboten, ausgestellt oder vorgeführt:










Einen Flash Mob gab es auch, alle haben mitgetanzt …



Irgendwie muss auch immer die Flagge übergeben werden, von wem an wen, ist mir unklar, aber es ist gaanz ganz wichtig.



Und hier nochmal mit den Jungs aus dem Kinderhaus:
Die Minis haben sich, da alle gerade berufsfinde-begeistert sind, zum Thema „Berufe“ verkleiden. Oweia … Köche, Feuerwehrmänner, und die mit dem roten Tuch sind Anwälte, offenbar.








Unabhängigkeitstag war auch: Feuerwerks- und Lichtertag! Darüber, ob Madagaskar unabhängig ist, lässt sich streiten, aber Lichter sind immer toll.



Alle Patenkinder haben Brief an ihre Paten geschrieben, Lisah übersetzt fleißig aus dem Madagassischen.




Hier gibt es eine kleine Galerie von Patenkindern mit aktuellen Photos. Wer seines in hoher Auflösung und den Brief des Kindes haben möchte, darf mir gerne mailen!





















































Unseren Studenten geht es gut, sie kommen ja immer vorbei, berichten und holen ihr Studiengeld und das Geld zum Leben ab. Bisher keine Abbrecher und keine Schwangerschaften, uff.









Tja, und nun sind Ferien. Und es gibt Ferienaktivitäten und – kurse für die Patenkinder: Filme, basteln für die Kleinen, Kochen … gesprochenes Französisch. Auweia, lernen … aber scheint Spaß zu machen.



















In den Kinderhäusern werden die Gemüsegärten neu bepflanzt – im Moment ist ja Winter und kalt und trocken. Und es gibt Picknick-Ausflüge und Nähprojekte und abends Spiele am großen Tisch. Gemütlich!









Schöne Ferien Euch allen!

