Zu allererst: Der Abischnitt in Madagaskar war katastrophal, 47 % haben bestanden, den Rest haben sie durchfallen lassen. Bei uns 12 von 19, sind 63%. Damit liegen wir gut! Und sind stolz. Jetzt laufen die Anmeldungen fürs Studium, einige Patenkinder gehen an die Uni, wir sind gespannt.
Ja, die langen, langen Sommerferien sind vorbei. Es gab jede Menge Aktivitäten für die Kinder: Basteln, Werken, Musizieren, Backen. Hier „Aktivfranzösisch“:








Und hier Aktivmusizieren und sehr aktiv backen:














Und super aktiv gebastelt:







Und für alle Patenkinderfamilien wurden wieder wöchentlich gesunde Nahrungsmittel verteilt, während das Schulessen ausfiel, auch Salat aus unserer eigenen Ernte.











Wir haben in den Ferien auch häkeln gelernt …





Ferienabschluss wird gebührend gefeiert – und es gibt neu-gebrauchte heile Klamotten für das neue Schuljahr. Wie groß sie alle geworden sind, unsere Kinderhauskinder!









Das Kinderhaus hat unseren Miniwald am See in der Trockenheit übrigens fleißig gegossen und eine kleine Reise nach Ambositra gemacht, mit Bergwanderung …





Großes Thema dieser Ferien war das Verhütungsprogramm. Im letzten Schuljahr sind 6 sehr junge Mädchen durch Schwangerschaft aus dem Bildungssystem gefallen, trotz all unserer Versuche der Aufklärung. Immer noch herrschen traditionelle Verhaltensmuster vor, so schnell kommt die Moderne nicht. Und wenn man einen Mann hat, dann ist der Mann eben wichtiger als eine Ausbildung, Frauen sind ja nur da, um eine Familie zu gründen … blabla … Dass dann der jeweilige Freund nach ein paar Wochen plötzlich weg ist, sehen die Mädchen im ersten Moment nicht. Wir hatten schon einige, die dann mit Kind zu uns zurückkamen, denen wir helfen und für die wir eine Arbeit gesucht haben, aber die Regel sollte es nicht sein.
Wir kämpfen. Und so sind nun die Patenmädchen ab 15 Jahren im Gratis-Verhütungsprogramm, damit sie eine Chance auf Bildung haben, die auch länger dauert. Nach langer gemeinsamer Überlegung hat das Team vor Ort sich für eine Lösung entschieden, die die meisten Mädchen gerne annehmen: ein drei-Jahre-wirkendes Implantat, das durch einen winzigen Schnitt eingesetzt wird. So sind sie geschützt, können die Schule / Ausbildung zu Ende machen und erst später, wenn die Zeit gekommen ist, eine Familie gründen.
Tsiavahana, unsere Paramedic-Studentin, die in den Semesterferien zu Hause im Kinderhaus ist, hilft bei der Behandlung.












Aber nun geht die Schule wieder los! Neue Schulränzen – für die, die komplett durch waren … und Hefte und Stifte, yipppieh!











Und neue Schuluniformen – wer noch eine ohne Löcher hat, trägt sie natürlich weiter, in den Ferien wurde geflickt, vermessen, vererbt, Listen geschrieben … jedes Stückchen Stoff zählt.




Und die Montags-Uniformen, schick für den Fahnenappell (so ein Unsinn), den der Präsident verlangt. Eine gute Gelegenheit, die Patenkinder mal per Klasse zu sehen und sein Kind zu suchen …









Und Hefte und Stifte .. ein Fest!







Es gibt auch ein neues Spielplatzgerät, Alain in der Holzwerkstatt hat gezaubert, er hat auch den Eiffelturm, das Klettergerüst, komplett erneuert. Er hat jetzt einen jungen Mitarbeiter, der bei ihm gelernt hat und den wir übernommen haben, weil er seine Sache ganz prima macht. In Zukunft soll die Holzwerkstatt nicht nur unterrichten, sondern auch Aufträge von außen annehmen, um Geld für die Schule zu verdienen, was auch die Felder schon tun. Falls unsere Spenden in Europa eines Tages wegfallen, muss die Schule sich wenigstens minimal selbst versorgen können. Wir all haben Angst, dass wir sie in 10 Jahren schließen müssen, so würde zumindest ein kleiner Kern an Lehrkräften und Klassen bestehen bleiben.







Und die Bücher sind da. Bald kann das große Leseprojekt beginnen, in jeder Klasse liest der Lehrer jeden Tag ein Stück. Auf deutsch „Enia und der Regenzauber“: https://www.antonia-michaelis.de/index.php/buecher-und-texte/kinderbuche/kinderbuche_klettern/leseprobe_enia









Ein paar schöne Sachen waren im Paket und haben die Bücher gepolstert, da freut sich auf jemand drüber:



Wo wir gerade bei Ianteraha und dem Pullover meiner Tochter sind: Ianteherana (das Mädchen mit der blinden Mutter, der wir beim Aufziehen ihrer Zwillingsbabys helfen) hatte Besuch von ihren Paten, die auf ihrer Rundreise eine Nacht bei uns in den Volonteersräumen übernachtet haben. Ianteherana hat sich wahnsinnig gefreut. Ich darf hier die Bilder reinstellen, danke dafür, das ist toll. Das heißt jetzt nicht, dass Ihr alle nach Madagaskar fliegen müsst, um Eure Patenkinder zu besuchen (obwohl die nächsten beiden Besucher schon mit einem coolen Kinderprojekt in den Startlöchern stehen), es sind nur einfach schöne Bilder:










Nun sind also alle wieder da, auch die Großen drüben im Pigeonnier. Und es geht wieder los. Auf ein gutes Jahr!






Und was macht eigentlich unser madagassischer Student in Stuttgart? Der ist fleißig und inzwischen im C-Kurs, ab nächstem Frühjahr hoffentlich dann Landwirtschaftsstudium. Um das schon mal kennenzulernen, hilft er gratis bei einem Bio-Weingut. Deutschland ist seltsam. Da treten die Menschen Lebensmittel mit Füßen. Im Sommer war ich kurz da, und wir haben verlaufen-in-deutschen-Wäldern geübt. Tübingen ist toll, und Nomena bemerkt selbstkritisch über das Deutschlernen. „Ich kenne meinen Schrittfort.“





































